Johanniskraut Heilpflanze des Jahres 2019

Johanniskraut / Hypericum perforatum ist die Heilpflanze des Jahres 2019

- Eine Pflanze fängt das Licht ein und schenkt uns dadurch die Kraft der Sonne -

Blütenblätter in hellem sonnengelb, die Staubblätter wie Sonnenstrahlen: So leuchtet das Johanniskraut an Sonnentagen mit der Sonne um die Wette.

Weit verbreitet ist es auf der ganzen Erde zu finden. Auf Meeresniveau und in Gebirgen. Weltweit gibt es ca. 200 Arten, in Mitteleuropa ca. 13 Arten. Als Arzneipflanze wird das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, verwendet.

Hypericum Perforatum wurde vom „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze 2015 gewählt.

An Waldrändern, auf Wiesen, an Wegen und Böschungen ist es zu finden. Es liebt sonnige Plätze. Die Hauptblütezeit ist um Johanni (24. Juni), dann wenn die Tage am längsten sind.

Charakteristisch ist die blutrote Färbung, die auftritt wenn man Blüten oder Knospen zwischen den Fingern zerreibt. Ebenso markant für das echte Johanniskraut sind die eiförmigen 1-3cm langen, ganzrandigen, hell- bis dunkelgrünen Blätter. Hält man sie gegen das Licht, erscheinen sie wie durchlöchert und man erkennt Punkte, die durch die ätherischen Öle und durch die Harze gefärbt sind.

Schon 1525 beschrieb Paracelsus das Johanniskraut als bedeutende Wundarznei und Mittel gegen „ Geister und dolle Fantaseien, die den Menschen in Verzweiflung bringen“. Er empfahl es am Körper oder unter der Mütze zu tragen, oder es nachts unter das Kopfkissen zu legen.

Heute weiß man, dass Johanniskraut kein Schlafmittel ist, sondern eher im Gegenteil die Nerven anregt, die Stimmung aufhellt.
- Johanniskraut macht das Licht in der Seele an -
Die Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist wissenschaftlich belegt. Johanniskrautextrakt beeinflusst, ähnlich wie die chemischen Wirkstoffe, die antidepressiv wirksamen Botenstoffe im Gehirn,. Im Gegensatz zu synthetischen Substanzen sind die Nebenwirkungen viel geringer. Z. B. keine Gewöhnung, keine negativen Gedanken, keine Gewichtszunahme.
Es gibt viele verschiedene Fertigarzneimittel auf dem Arzneimittelmarkt. Sie sind zugelassen zur Therapie von leichten bis mittelschweren Depressionen und innerer Unruhe
Die übliche Tagesdosis liegt zwischen 450 – 1050 mg Johanniskrautextrakt. Viele dieser Präparate sind verschreibungspflichtig, da die Diagnose einer echten Depression eine ärztliche Untersuchung und Beratung erfordert.
Leichte Stimmungsschwankungen können jedoch mit rezeptfreien Präparaten in der Selbstmedikation behandelt werden.
Es ist zu beachten, dass die stimmungsaufhellende Wirkung erst nach regelmäßiger Einnahme von mindestens einer Woche eintritt.
Ganz wichtig ist es, bei der Einnahme eines Johanniskrautpräparates darauf zu achten, dass Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln entstehen können.
Die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflussen über verschiedene Mechanismen die Wirkung anderer Arzneistoffe. Somit kann deren Wirkung gemindert oder verstärkt werden. Deshalb ist eine Beratung in der Selbstmedikation in der Apotheke äußerst wichtig.
Auch kann die Haut während der Einnahme oder auch bei der äußerlichen Anwendung, sonnenempfindlicher werden. Auf einen Aufenthalt im Solarium muss man während der Einnahmezeit verzichten, und ein entsprechend hoher Sonnenschutz muss verwendet werden.


Des Weiteren ist Hypericum perforatum ein wichtiges Heilmittel in der Homöopathie.
„Arnica der Nerven“ wird es gerne genannt.
Anzuwenden bei frischen Verletzungen mit Nervenschädigung. Z.B. bei Quetschungen, Brandwunden, Stichwunden, Neuralgien im Rahmen von Verletzungen oder Operationen.
Und ebenso auch als homöopathisches Mittel bei Melancholie und depressiven Verstimmungen.

Wegen seiner wundheilenden Eigenschaft ist das Johanniskrautöl bekannt.
Es besteht aus einem Auszug der frischen Johanniskraut Blüten, Knospen und Blätter in Olivenöl. Der hohe Gehalt an Hyperforin und Flavonoiden bewirkt eine antibakterielle und wundheilende Wirkung. Ebenso ist es durchblutungsfördernd, muskellockernd und schmerzstillend.
Innerlich bei z. B. Magenbeschwerden einzusetzen, und äußerlich als hervorragendes Entzündungshemmendes Wundmittel.

So zeigt uns diese Pflanze eine große Vielfalt an Anwendungsgebieten für den Menschen. Begleiten wir sie durch das Jahr 2019 und freuen uns, wenn sie uns am Wegesrand oder in unserem Garten begegnet.

Quellennachweis:

Forschungsgruppe Klostermedizin- www.klostermedizin.de

PTA Forum online

Die magische 11 der heilenden Pflanzen (Dr. med. Meyer/Michael Straub)

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